Genießen Sie den Frühling in der Landeshauptstadt
Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen die Havel zum Glitzern bringen und die Magnolien ihre Knospen öffnen, verwandelt sich Potsdam in ein Frühlingsparadies. Die Stadt zeigt sich dann von ihrer zauberhaftesten Seite – eine perfekte Mischung aus erwachender Natur, barocker Pracht und entspanntem Großstadtflair.
Park Sanssouci: Frühlingsblüte vor barocker Kulisse
Der Spaziergang beginnt am besten im Park Sanssouci, dem grünen Herz der Stadt. Schon am Eingang beim Grünen Gitter kündet das frische Grün der Bäume vom nahenden Frühling. Die Weinbergterrassen vor Schloss Sanssouci sind im Frühling besonders sehenswert. Während viele Besucher den Blick auf das Schloss richten, lohnt es sich, auch die Terrassen selbst zu betrachten: In den historischen Glashäusern wachsen die ersten Pflanzen, und in den symmetrisch angelegten Beeten blühen Tulpen, Narzissen und andere Frühlingsblumen.
Wer dem Hauptweg durch den Park folgt, erreicht bald die Orangerie. Hier öffnen sich im April und Mai die Kamelienblüten in der historischen Pflanzenhalle – ein Schauspiel, das viele Potsdamer Jahr für Jahr aufs Neue besuchen. Die mächtigen, jahrhundertealten Pflanzen tragen Hunderte von Blüten in Weiß, Rosa und zartem Rot. Der Duft in den Gewächshäusern ist betörend.
Adresse: Zur Historischen Mühle, 14469 Potsdam
Öffnungszeiten: Täglich ab 08:00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit
Neuer Garten: Naturnahe Idylle am Heiligen See
Vom Park führt der Weg hinunter zur Maulbeerallee und weiter zum Neuen Garten. Dieses weitläufige Areal am Heiligen See zeigt den Frühling von einer anderen Seite. Hier wirkt alles natürlicher, wilder als im streng geometrischen Sanssouci. Die Wiesen sind übersät mit Krokussen und Narzissen, und am Seeufer blühen die Weiden in zartem Gelb. Das Marmorpalais am Wasser bietet eine malerische Kulisse für einen Spaziergang entlang des Ufers. Wer Glück hat, entdeckt die ersten Graureiher, die hier ihre Nistplätze beziehen.
Adresse: Am Neuen Garten, 14469 Potsdam
Öffnungszeiten: Täglich ab 08:00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit
Glienicker Brücke: Frühling an der Havel
An warmen Tagen lädt die Glienicker Brücke zu einem Abstecher ein. Die berühmte "Agentenbrücke" verbindet Potsdam mit Berlin und bietet einen weiten Blick über die Havel. Im Frühling liegen oft noch einzelne Segelboote vor Anker, während die ersten mutigen Wassersportler die Saison eröffnen. Der Glienicker Park auf der Potsdamer Seite lockt mit verschlungenen Pfaden durch erwachende Buchenwälder und romantischen Ausblicken auf das Wasser.
Holländisches Viertel: Frühlingserwachen zwischen Backsteinfassaden
Zurück in der Innenstadt präsentiert sich das holländische Viertel als lebendiges Zentrum. Die Cafés stellen ihre Tische auf die Straße. Besonders die Mittelstraße zeigt sich im Frühling von ihrer schönsten Seite: Kirschbäume entfalten zwischen den roten Backsteinfassaden ihre Blütenpracht. Bei einem Kaffee in der Frühlingssonne lässt sich das Treiben beobachten, während in den kleinen Läden Kunsthandwerk und regionale Produkte locken.
Volkspark Potsdam: Moderne Parklandschaft im Frühling
Etwas versteckter liegt der Volkspark Potsdam im Norden der Stadt. Das moderne Gegenstück zu den historischen Parks bietet weite Wiesen, die im Frühling zum Picknick einladen. Die Kirschbaumallee am Rande des Parks steht Ende April in voller Blüte – ein rosa-weißes Blütenmeer, das an japanische Hanami-Feste erinnert. Kinder erobern die Spielplätze, während Jogger die gut ausgebauten Wege nutzen.
Adresse: Georg-Hermann-Allee 101, 14469 Potsdam
Öffnungszeiten: Täglich 05:00 Uhr - 23:00 Uhr
Hermannswerder: Grüne Insel in der Havel
Wer den Frühling vom Wasser aus erleben möchte, nimmt die Fähre F1 vom Alten Markt nach Hermannswerder. Die kurze Überfahrt bietet einen neuen Blick auf die Silhouette der Stadt mit dem Stadtschloss und der Nikolaikirche. Hermannswerder selbst ist eine grüne Insel mit altem Baumbestand und ruhigen Uferwegen – ein Geheimtipp für alle, die dem Trubel entfliehen wollen.
Russische Kolonie Alexandrowka: Obstbaumblüte im russischen Stil
Den Abschluss des Frühlingsspaziergangs bildet die Russische Kolonie Alexandrowka. Die einzigartige Siedlung mit ihren Holzhäusern im russischen Stil liegt eingebettet in blühende Obstgärten. Im Frühling blühen hier die Apfel- und Birnenbäume, und der Duft zieht durch die Gassen. Das Museum im Haus Nr. 2 gibt Einblick in die Geschichte der Kolonie, doch die eigentliche Attraktion ist der Spaziergang durch die Gärten selbst.
Es gibt noch viele weitere Ausflugsziele in Potsdam.
Potsdam im Frühling bedeutet auch, die Stadt neu zu entdecken. Jeder Besuch offenbart andere Facetten – mal sind es die Magnolien vor dem Filmmuseum, mal die Tulpenbeete im Lustgarten, mal einfach nur das besondere Licht über der Havel. Die Stadt lädt dazu ein, innezuhalten und die Verwandlung der Natur zu beobachten. Zwischen barocken Schlössern und modernen Parks, zwischen Wasser und Grün findet hier jeder seinen persönlichen Frühlingsmoment.
Tipp: Im Frühling beginnt im Filmpark Babelsberg die neue Saison. Ein Besuch dort ist ein Erlebnis für die ganze Familie.
(Die Autorin dieses Artikels K. K. lebt und arbeitet in Berlin, unweit der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. In ihrer Freizeit ist sie viel in Brandenburg unterwegs.
Foto oben: Sinousxl von pixabay)

